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Der Wendepunkt!

Rückblickend betrachtet ist es schwer zu beurteilen, wann alles angefangen hat und mir klar wurde das es nicht normal ist sich immer so schlecht zu fühlen, das es nicht normal ist das mein Kopf mich immer so runterzieht.

Es ist ein schleichender Prozess, über Monate und Jahre hinweg.

Wenn man so lange nicht mehr richtig glücklich war, dann vergisst man, dass das kein normaler Zustand ist.

Man vergisst, wie es sich anfühlt zufrieden zu sein, mit sich und seinem Leben.

Man vergisst, wie es ist, sich nicht um alles zu sorgen.

Man vergisst, wie es sich anfühlt wirklich glücklich zu sein.

Mein Geburtstag war auf jeden Fall ein Wendepunkt für mich.

Nachdem ich jahrelang in einem Job festgesteckt habe, den ich gehasst habe, hab ich kurz vor meinem Geburtstag einen neuen Job gefunden, es war wie ein Zeichen.

Ich war so euphorisch, hab so viele Pläne gemacht, war endlich wieder optimistisch, zum ersten Mal in Jahren. Ich sollte endlich wieder zufrieden werden, mein Leben endlich auf die Reihe kriegen.

Es war ein berauschendes Gefühl endlich für eine kurze Zeit wieder glücklich zu sein.

Ich hab mir gedacht so müssen sich andere Menschen die ganze Zeit fühlen, so muss es sich anfühlen normal zu sein und für einen kurzen Moment dachte ich, ich könnte endlich auch normal sein.

Aber das Gefühl hielt nicht lange an.

Schon nach meinem ersten Tag ist all die Freude verpufft, der Job ein Albtraum.

Es war wie ein Schlag in die Magengrube, nach zwei Stunden habe ich mir überlegt, ob ich einfach gehen kann.

Ich bin wie in Trance nach Hause gegangen während meine Panik wurde immer größer und größer wurde.

Ich kann das nicht! Ich will das nicht! OMG was mach ich jetzt!

Mein Kopf war wieder im Treibsand gefangen und ich konnte mich einfach nicht befreien.

Ich hab Stunden lang geweint.

Bei dem Gedanken dort nochmal hinzugehen wurde mir schlecht und die Panik größer und größer.

Ich habe mich irgendwie davon überzeugt, dass ich übertreibe, das es lächerlich ist sich so zu fühlen, dass ich einfach nur dort bleiben muss bis ich, was Neues gefunden habe.

Jeder Tag war schlimmer als der davor, ich bin mit Bauchschmerzen zur Arbeit gegangen und mit Magenkrämpfen nach Hause, bis ich irgendwann nicht mehr konnte und mich zwischen dem Job und meiner Gesundheit entscheiden musste.

Und so saß ich nun, an meinem 30. Geburtstag, an dem doch alles anders werden sollte, und hab mich noch nie so verzweifelt gefühlt.

Es liegt so ein großer Druck auf der großen 30, Druck sein Leben auf die Reihe zu kriegen und zu wissen was man damit anfängt.

Man denkt das man in dem Alter wissen sollte, wer man ist und wie die Zukunft für einen aussieht, das ich mich noch viel schlimmer gefühlt habe da ich nicht das Gefühl hatte irgendetwas von dem zu wissen.

Ich hatte keinen Job keine Ahnung wie es jetzt weitergeht oder was mich glücklich macht.

Keinen Plan was ich jetzt machen sollte und gefühlt absolut keine Perspektive.

Ich hatte noch nie in meinem Leben so viel Angst und ich hab mich selber dafür gehasst.

Ich bin zu Jung und gleichzeitig zu alt um mich so zu fühlen.

Ich bin alt genug um zu wissen was ich zu tun habe und zu jung um mich so ausgebrannt zu fühlen.

Ich bin schon wieder in ein großes, dunkles Loch gefallen und mein innerer Saboteur hat wieder seine Krallen in mich gegraben.

Gleichzeitig habe ich nicht verstanden, warum ich mich, wegen eines einzigen Rückschlages so fertig mache, warum ich meinem Kopf nicht einfach aus dem Sand ziehen kann.

Irgendwie sind mir Zweifel gekommen das es ein normaler Zustand ist, wenn ich es nicht mal schaffe mich für meinen eigenen Geburtstag zusammenreißen.

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